Skip to main content

Gartenzwerge erobern das Museum - vom 22. April bis 7. Oktober 2018

Text: "Stadtpostille vom 28. Februar 2018"

Er trägt eine rote Zipfelmütze, einen weißen Bart und steht im Grünen – der Gartenzwerg! Jetzt werden viele denke: Das ist doch ein längst überholtes Relikt der Spießbürgerlichkeit aus dem vorvergangenen Jahrhundert! Weit gefehlt, allein in deutschen Gärten finden sich noch rund 25 Millionen dieser Gnomen-Figuren. Und einige davon sind ab Mitte April im Bad Schwalbacher Kur●Stadt●Apothekenmuseum zu besichtigen.

 

Anlass dieser Sonderausstellung ist die diesjährige Landesgartenschau in der Kurstadt. „Um die Gartenschaubesucher in das Museum zu locken, haben wir nach einer Verbindung zwischen Blumen und Garten gesucht. Da kamen wir auf den Gartenzwerg“, erzählt Dr. Martina Bleymehl-Eiler. Die Museumsdirektorin begab sich auf die Recherche nach den seltsamen Wichteln und wurde bei dem Saarländer Sven Berrar fündig. Der Gärtnermeister verfügt über eine Sammlung von mehr als 3.000 Zwergen. Rund 120 Exponate, viele mehr als 100 Jahre alt, hat er dem Bad Schwalbacher Museum für die Gartenzwerg-Ausstellung ausgeliehen und unterstützt die Museumsleitung mit reichlich Expertise.


„Interessant, wie sich die Wichtelmänner in Deutschland durchgesetzt haben“, weiß Bleymehl-Eiler zu berichten. Die Ausstellung gibt einen Einblick in die Kulturgeschichte des Gartenzwergs. So erfährt der Besucher, dass das Aussehen der Zwergenfiguren von dem Bild geprägt wurde, das sich die Menschen früher von den meist kleinen Bergmännern in den Erz- und Kohlestollen machten. „Das erklärt auch die Zipfelmützen, die einst mit Stroh gepolstert als Kopfschutz dienten, die Arbeitsgeräte und den ernsten Gesichtsausdruck der meisten Figuren“, so die Kuratorin. Mitte des 19. Jahrhunderts erblickten die Gartenzwerge in der uns heute bekannten Gestalt das Licht der Welt. Zuerst zierten sie die Parks reicher Leute und traten dann ihren Siegeszug in die bürgerlichen Wohnzimmer an, wo sie Blumenbänke und Kommoden zierten. In der Folge belebten sie zahlreiche Vorgärten, Steinhügel und Terrassen. Ein Revival erlebten die Keramik-Wichtel dann in den 1990er Jahren – als moderne, freche und zum Teil provokative Kultfiguren.


In der familienfreundlichen Ausstellung, in der auch gebastelt und gespielt werden darf, können die Besucher nun in die bunte Welt der "Hartbrandwichtel" eintauchen und erfahren allerlei Interessantes, Kurioses und Lustiges.


 

Das besondere Konzert im Roten Salon

ÍNTIMOS & Friends
El encanto del amor. Argentinische Tangos. Verzweifelt. Sinnlich
21. Oktober 2018, 17:00 Uhr